Sie haben einen deutschen Pass und ein Haus in Südwestflorida. Müssen Sie in den USA nur Ihre amerikanischen Einkünfte versteuern – oder auch die Einkünfte aus Deutschland?
Die Antwort beginnt mit Ihrer steuerlichen Einordnung in den USA. Wenn Sie keine US-Staatsbürgerschaft besitzen, spielen vor allem zwei Punkte eine Rolle: Haben Sie eine Green Card und wie viele Tage halten Sie sich tatsächlich in den USA auf? Der Besitz eines Hauses oder einer Eigentumswohnung in Florida allein macht Sie noch nicht automatisch zum US-Steuerresidenten.
Wer steuerlich als „Resident Alien“ gilt, ist in den USA grundsätzlich mit seinem weltweiten Einkommen steuerpflichtig. Dazu können beispielsweise Mieteinnahmen aus Deutschland, Kapitalerträge oder Rentenzahlungen gehören. Ob und in welcher Höhe diese Einkünfte tatsächlich in den USA versteuert werden müssen, hängt jedoch von der jeweiligen Einkunftsart, möglichen Ausnahmen und dem deutsch-amerikanischen Doppelbesteuerungsabkommen ab. Nicht jeder Zahlungseingang ist automatisch vollständig steuerpflichtig.
Bei einem „Nonresident Alien“ besteuern die USA dagegen grundsätzlich bestimmte Einkünfte aus amerikanischen Quellen sowie Einkünfte, die mit einem US-Geschäftsbetrieb verbunden sind. Das bedeutet: Auch wenn Sie das ganze Jahr in Deutschland leben, kann eine vermietete Immobilie in Florida US-amerikanische Steuerpflichten auslösen.
Abhängig von Ihrem steuerlichen Status und Ihrer Erklärungspflicht kommt entweder Form 1040 oder Form 1040-NR infrage. Besonders aufmerksam sollten Sie im Jahr eines Umzugs sein, denn hier können unterschiedliche steuerliche Zeiträume und Regelungen gelten. Zusätzlich sollte geprüft werden, ob Meldepflichten für ausländische Konten bestehen.
Ein einfaches Beispiel: Zwei deutsche Eigentümer besitzen benachbarte Häuser in Cape Coral. Einer lebt dauerhaft in Florida, der andere verbringt dort nur wenige Wochen im Jahr. Auf den ersten Blick ist ihre Situation fast identisch – steuerlich können die Unterschiede jedoch erheblich sein.
Mein praktischer Tipp: Sammeln Sie zunächst Ihre Reisedaten, Aufenthaltsdokumente und Einkommensunterlagen aus beiden Ländern. Klären Sie dann zuerst Ihren steuerlichen Status und prüfen Sie anschließend jede Einkunftsart einzeln. So vermeiden Sie, dass Ihre US-Steuererklärung von Anfang an auf einer falschen Grundlage erstellt wird.
Bei Fragen zu Ihrer persönlichen US-Steuersituation sind wir gerne für Sie da. Weitere Informationen finden Sie unter tnsaccounting.com.
Jetzt sind Sie ein bisschen schlauer.
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Diese Inhalte dienen ausschließlich allgemeinen Informations- und Bildungszwecken. Sie stellen keine Rechts-, Steuer-, Buchhaltungs- oder Finanzberatung dar und ersetzen keine auf Ihre persönliche Situation zugeschnittene Beratung. Die Anwendung steuerlicher Vorschriften hängt von den konkreten Umständen des jeweiligen Einzelfalls ab und kann sich im Laufe der Zeit ändern. Jeder Fall ist anders und sollte individuell von einer qualifizierten Fachperson geprüft werden. Durch das Ansehen oder die Nutzung dieser Inhalte entsteht kein Mandats- oder Beratungsverhältnis.
